Geisenheim
Geisenheim sitzt zwischen dem Strom und dem Hang. Die Reben stehen auf der Seite zum Wasser, in langen Zeilen, die man vom Kai aus als Streifen sieht. Der Ort selbst bleibt oben: Kirche, Schloss Schönborn, die Straßen, in denen im Herbst die Butten stehen.
Hier wird seit dem 19. Jahrhundert nicht nur gelesen, sondern auch gelehrt. Die Anstalt für Wein- und Obstbau ist älter als die meisten Etiketten, die heute ihren Namen tragen. Die Lagen, die wir zeigen, sind die am Ortsrand, nicht ein einzelnes Filetstück mit eigenem Schild.
Der Boden wechselt auf kurzer Strecke. Näher am Wasser ist er schwerer, am Hang steiniger. Deshalb stehen nicht überall dieselben Stöcke, auch wenn von der Straße aus alles nach Riesling aussieht. Wer eine Zeile sucht, fragt nach dem Flurnamen, nicht nach der Hausnummer.